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Sorry (Rock-Blog)

SORRY, Crosby, Stills, Nash & Young

Ich weiss, es ist eine Anmassung, sich über euch auszulassen, und wenn schon, müsste ihr das selber machen, denn alle anderen haben ja doch keine Ahnung. Es ist unglaublich, wie bedeutungsschwanger ihr seid, mit welcher Sorgfalt ihr eure Songs geschrieben habt, wievieler politische Anspielungen und so weiter darin verborgen sind. Ich glaube, alle anderen, die Songs geschrieben haben, waren Stümper.
Leider habt ihr nicht die selbe Sorgfalt in eurem Leben praktiziert. Als ich euch, CSN, 1983 in St. Gallen sah, wart ihr, wie ich Jahre später in Graham Nashs Bio lesen musste, völlig gegen den Wind. Ich habe auch Neil Youngs Bio gelesen, und bei der Lektüre beider Bücher habe ich etwas gemerkt: Wir anderen haben ja doch keine Ahnung.
Es ist waaaaahnsinnig schwierig, Musiker zu sein.
Und, Neil Young, es ist unglaublich, wieviele LPs, die fixfertig sind, man zurückziehen kann, weil irgend ein klitzekleines Detail nicht stimmt. Mein Rat: Hau raus, die Ware, Ole Neil, schlimmer kann's ja wohl nicht werden. Denn dich live zu sehen, ausgerechnet auf der LANDING ON WATER-Tour, und keine Drogen dabeigehabt zu haben, war ja echt das allerschlimmste. Zum Glück bin ich in der Zwischenzeit wieder auf den rechten Weg gekommen, und habe gemerkt, wer der Stümper ist, denn ich weiss, es ist eine Anmassung, sich über euch auszulassen und waaaaaaahnsinnig schwierig, CSNY zu sein und überhaupt.

26-7-2016



SORRY, Phil Collins

Du hast ja jahrelang mit deinem Status gehadert. Warst ein genialer Rockdrummer, was wäre "The Lamb Lies Down on Broadway" ohne deine Perkussion gewesen?
Auch ein genialer Genesis-Sänger, nicht nur soft, sondern auch äusserst rauh (auf meinem Lieblingsalbum "Abacab", das so krud ist wie sonst nichts von Genesis).
Aber nein, du musstest eine Solokarriere starten, und anstatt dass du deine Gruppe verlassen hättest, fuhrst du das ganze parallel.
Am Anfang war es noch auszuhalten, aber als du dann noch angefangen hast, andere zu produzieren, klang plötzlich alles gleich. Ob Genesis, Phil Collins, Eric Clapton, Frida oder Phil Bailey - alles ein Brei.
Dazu diese unsägliche Snare Drum, von der auch noch alle anderen das Gefühl hatten, ihre so klingen zu lassen zu müssen. Es dauerte fast 20 Jahre, bis die Snare Drum im Rock wieder wie eine Snare klang und nicht wie ein Donnerschlag mit vieeeel Hall.
Kein Wunder, dass dich alle gehasst haben. Wir hatten eine Band in jener Zeit und hat oft gespottet, wie es wäre, wenn uns eine Plattenfirma dich als Produzent aufgezwungen hätten: Zum Studio hinausgetreten hätten wir dich. Diese Ehre teilst du übrigens mit Rick Rubin, Chris von Rohr und ein paar anderen. Nee, lieber keine Karriere, dafür kein Phil Collins als Produzent.
Und jetzt startest du deine Remaster-Serie "Take A Look At Me Now". Das einzig originelle daran sind die Covers, die nachfotografiert wurden und dich in derselben Position, einfach Jahre später zeigen. Chapeau! Wobei, fröhlich siehst du nicht gerade aus, auf keinem Bild.
Eine vernünftige Soloplatte hast du hingekriegt, "Hello, I Must Be Going", und ein paar Ohrwürmer. Und ja, nie hat jemand im Zürcher Hallenstadion besser geklungen als Du.
Aber, sorry Phil, für nichts bist du nicht gehasst worden und die Zeit, in der du in der Versenkung verschwunden bist, haben wir genossen. Ich brauche nicht einen neuen Aufguss deiner Hits, denn ich habe immer noch genug vom ersten Mal.

14-6-2016
Sorry, Paul McCartney

ich kann dich einfach nicht mehr ernst nehmen. Das finde ich eigentlich schade, denn in meiner Jungendzeit wars du mein Lieblings-Beatle. (Jetzt ist es übrigens George Harrison - na ja, John Lennon eigentlich schon auch.) Um deine Beatles-Erfolge müssen wir jetzt auch nicht reden, die sind unbestritten. Wer hätte das gedacht; von dem, was du später alles rausgebracht hast, waren die Wings im nachhinein gesehen noch fast das beste. Ulkig, wie heute in den Rockmagazinen vor allem "Ram" gut weggkommt, dass ich 1979 erstanden hatte und bis heute eigentlich fast für mich selber hören konnte, weil es kein Schwein kannte oder gut fand.
Paule, du bist etwas peinlich geworden. Du müsstest dir nicht die Haare färben, und du müsstest eigentlich auch nicht dauern am Klavier sitzen und noch einen Song raushauen, der so langweilig ist wie die anderen ähnlichen 268.
Und müsstest nicht versuchen, dass es McCartney/Lennon heisst statt Lennon/McCartney.
Ich war an zwei Konzerten von dir: einmal auf deiner ersten Comeback-Tournee ende der Achtziger. Damals wäre ich fast zu einem gegenüberliegenden Restaurant gegangen und hätte ein paar Eier gekauft, um sie nach vorne zu schmeissen. Mensch, Pfausbacke, du warst nicht die Beatles, du warst nur ein Viertel davon.
Das zweite Mal sahe ich dich, Jahre später, als ich dachte, ich sei milder geworden, da ging ich nach der Hälfte des Konzerts. Ich finde, du bist nicht in Würde gealtert. Es gibt Rockstars, die das ganz gut hinkriegen, etwa Dylan oder Manfred Mann, cool eben, aber dir liegt das nicht. Du warst nie cool. Dein verschmitztes Lächeln und deine Kumpelhaftigkeit täuschen nicht über die Tatsache hinweg, dass du eine üble Rolle bei der Auflösung der Beatles gespielt hast. Spätere Interviews mit Harrison belegen dies. Wolltest unbedingt einen Song mit ihm komponieren, gönnerhaft, aber 25 Jahre zu spät.
Ach Paul McCartney, was machen wir mit dir. Dasselbe, was wir das letzte Vierteljahrhundert gemacht haben; wir ignorieren dich.

PS: Wusstest du, dass es einen genialen Parodist von dir gibt?


Sorry, Bob Dylan ...

natürlich ist das okay, das du endlich den Literatur-Nobelpreise erhältst. Warum du trotzdem seit Jahren herumnölst, ist mir schlicht ein Rätsel. Ich sah dich zwei Mal live: 1984, zusammen mit Santana, da warst du gut drauf und ich verstand kaum, warum alle von unterschiedlichen Dylan-Auftritten erzählten. Dann, drei oder vier Jahre später, in Leysin, sah ich einen hässigen und uninspirierten Mann lustlos auf der Bühne stehen und ich dachte nur: "Wenn es dich so anscheisst, dann bleib doch zu Hause".
Seither bis du neverending unterwegs, spielst alle vier Jahre mal Gitarre, sonst Keyboard (Dylan - ein Keyboarder; willkommen bei Vangelis, Rick Wakeman und Keith Emerson), als Höhepunkt sogar vor dem Papst.
A propos Papst: Ganz verdorben hast du's mit mir bei deinem 30-jährigen Bühnenjubiläum, als Sinead O'Connor vom Publikum ausgebuht wurde, weil sie ein paar Tage zuvor in einer US-Talkshow ein Bild des Papstes zerrissen hatte. Du, als quasi Protestsänger, hast wie reagiert: Gar nicht. Stattdessen stand dann Kris Kristofferson auf der Bühne und sang "I'm Your Baby Tonight". Das war für mich der Untergang der Rockmusik als Vehikel für Statements.
 
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